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21. März 2017

Erfahrungsbericht - Geschäftsleiter Hubert Pupeter fährt grün

Ein Elektroauto fährt zu 100 Prozent emissionsfrei, geruchsfrei, sauber und nahezu geräuschlos. E-Mobilität und damit der Schutz der Umwelt liegen im Trend. Direktor Hubert Pupeter vom Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen fährt bereits seit knapp zwei Jahren mit seinem E-Auto zur Arbeit und berichtet über seine bisherigen Erfahrungen.

E-Mobilität steckt in Österreich noch in den Kinderschuhen – zu Recht?

Hubert Pupeter: Wenn man die öffentliche Infrastruktur betrachtet ist dies sicherlich der Fall. Besonders die Ladestationen für E-Autos sind derzeit noch sehr eingeschränkt verfügbar bzw. oft besetzt. Auch die vielen unterschiedlichen Ladesysteme und -adapter tragen nicht besonders zur Alltagstauglichkeit bei. Vorzeigeprojekte, wie das erste E-Taxi im Raum Wels, oder die erfolgreiche Förderoffensive des Bundes, welche seit dem 1. März läuft und bereits um 50 Prozent mehr Neuzulassungen[1] von E-Autos zur Folge hat, stimmen mich optimistisch, dass sich in Zukunft auch im Bereich E-Mobilität einiges bewegen wird.

 

Welches E-Auto parkt in Ihrer Garage?

Hubert Pupeter: Vor rund zwei Jahren haben wir uns für einen Renault Zoe entschieden. Uns haben damals das Preis- Leistungsverhältnis und das Fahrgefühl besonders überzeugt. Auch meiner Frau macht das etwas andere Fahrgefühl viel Spaß. Auto fahren wird einfacher. Einerseits durch den Automatikantrieb, andererseits durch die Energierückgewinnung, durch die man kaum noch bremsen muss. Das Auto bremst selbstständig sobald man vom Gas geht und lädt dadurch die Batterie wieder auf.

 

Wie hoch war die Investitionssumme? Gibt es Förderungen?

Hubert Pupeter: Unser Renault Zoe hat 2015 rund 23.000 Euro gekostet. Nicht inkludiert sind dabei die Batteriemiete von 79 Euro pro Monat und die Versicherung. Die großen Vorteile von Elektroautos sind: Geringe Reparatur- und Wartungskosten (z.B. 150 Euro Jahreswartung), keine motorbezogene Versicherungssteuer, keine NoVA und Kostenersparnis beim Tanken.

Seit dem 1. März fördert die Initiative der Bundesregierung die Anschaffung eines privaten E-PKWs  mit 4.000 Euro. In Oberösterreich haben seither bereits rund 180 Personen ein Förderansuchen gestellt. Wir liegen damit auf Platz drei im Bundesländerranking. [2]

 

Wieviel Kilometer sind Sie im ersten Jahr gefahren? Wo tanken Sie?

Hubert Pupeter: Wir sind im ersten Jahr 16.000 Kilometer gefahren. Im Idealfall laden wir das Auto mit dem produzierten Strom unserer Photovoltaikanlage auf oder tanken, z.B. Ökostrom, bei den Ladestationen des Umweltcenters.

 

Wieviele Kilometer fahren Sie mit einer vollen Batterie?

Hubert Pupeter: Es kommt immer auf das Fahrverhalten an bzw. wo wir fahren, wie Autobahn vs. Stadtverkehr. Im Sommer kommen wir in etwa 130 km weit. Im Winter kann die Reichweite um rund 30 Kilometer variieren (rund 100 km).

 

Sind E-Autos aufgrund der Reichweiten nicht eher Zweitwagen?

Hubert Pupeter: Für mich ganz klar nein. Der Großteil meiner Fahrten sind kurze Strecken unter 50 Kilometer, wie der tägliche Weg ins Büro oder allfällige Besuche und Besorgungen. Auf diesen Strecken ist für mich das E-Auto klar die erste Wahl. Lediglich für längere Dienstfahrten oder Urlaubsreisen nutzen wir unser zweites Auto. Und für Fahrten im Ort setze ich auf meinen Drahtesel.

 

Sind für Sie zwei Autos im Haushalt notwendig?

Hubert Pupeter: Für uns ist ein zweites Auto im Haushalt wichtig. Wir wohnen in einem eher ländlich geprägten Gebiet mit eingeschränkter Anbindung und schlecht ausgebautem öffentlichen Verkehr. Bis zur nächsten größeren Stadt (Wels) sind es circa 40 Minuten mit dem Bus. Wobei der letzte Bus von Wels um 19:27 Uhr fährt. Bei einer Familie mit drei Kindern war daher ein zweites Auto immer Bestandteil unseres Haushalts, besonders da ich aus beruflichen Gründen auf mein Auto angewiesen bin. Jetzt, wo unsere Kinder erwachsen sind, ist unser Zweitwagen ein „Luxusgut“ geworden, das uns mehr Flexibilität bringt. Dies ist auch der Grund, warum wir uns letztendlich für ein E-Auto entschieden haben. Wir möchten nicht auf die Annehmlichkeiten verzichten und dennoch etwas Gutes für die Umwelt tun. In urbanen Gebieten kann ich mir gut vorstellen, dass ein Auto völlig ausreichend ist.

 

Merken Sie Veränderungen in Ihrem Fahrverhalten?

Hubert Pupeter: Bis auf den Wettbewerb mit meiner Frau, wer weiter kommt, nicht wirklich. (lacht) Das einzige, was ich wirklich gemerkt habe, ist, dass ich aufmerksamer fahre. Denn die meisten Menschen sind E-Autos auf der Straße noch nicht gewöhnt. Besonders am Land gehen die Menschen oftmals ohne zu schauen über die Straße, da muss man schon etwas vorsichtiger fahren und noch mehr mitdenken.

 

Ihr persönliches Fazit nach eineinhalb Jahren?

Hubert Pupeter: Ich möchte dieses Auto nicht mehr missen.



[1] Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: 13. März 2017: E-Mobilität: Förderanträge knacken Tausender-Marke

[2] Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: 13. März 2017: E-Mobilität: Förderanträge knacken Tausender-Marke