Das Umweltcenter als starker Partner f├╝r Bio-Landwirte

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Mastbetriebe haben meist einen negativen Beigeschmack. Bilder von dicht gedr├Ąngten Tieren, Aufzuchtfuttermittel, wenig bis kein Auslauf und kaum frische Luft kommen einem in den Sinn. Doch es geht auch anders. Wir haben mit Andreas Mittermayr, BIO-Landwirt aus Gunskirchen, ├╝ber die Haltung seiner Schweinchen gesprochen.

  • Welche Besonderheiten aber vor allem auch welche wesentlichen Unterschiede im Vergleich zur herk├Âmmlichen Schweinemast gibt es?

 

Andreas Mittermayr: Die Wichtigsten Unterschiede sind die Biologische F├╝tterung und das gro├če Platzangebot mit Auslauf ins Freie. In der konventionellen Mast werden dem Futter synthetische Aminos├Ąuren zugesetzt, um die Futterverwertung zu verbessern, und somit die t├Ąglichen Zunahmen zu steigern. Das gibt es in der Bio-Mast nicht. Bei mir am Hof gibt es nur rein biologische Futtermittel, fast ausschlie├člich aus eigener Erzeugung. In der Bio-Haltung bekommen die Tiere nur, was nat├╝rlich im Futter vorkommt. Dadurch wachsen sie langsamer, daf├╝r aber gesund und nat├╝rlich. Das Fleisch der Schweine ist durch diese F├╝tterung besser und ges├╝nder. Weiters ist nat├╝rlich das gro├če Platzangebot sehr wichtig. Es wird hier in Fressbereich, Aktivit├Ątsbereich und Liegebereich eingeteilt. Aktivit├Ąts- und Liegebereich sind befestigt und mit Stroh eingestreut, was unter anderem auch als Besch├Ąftigung f├╝r die Tiere sehr interessant ist.

 

  • Welche Kontrollen gibt es und wie oft erfolgen diese?

 

Andreas Mittermayr: Es m├╝ssen die allgemeinen Standards zur Bio-Schweine ÔÇô Haltung eingehalten werden. Einmal pro Jahr wird der gesamte Bio-Betrieb von der zust├Ąndigen Kontrollstelle gepr├╝ft, meistens kurz vor der ersten Ernte im Mai oder Juni. Kontrolliert werden Rechnungen, Lieferscheine, das Futter, die Stallungen, die Freilauffl├Ąche aber auch die Felder werden abgefahren und begutachtet.

 

  • Was ist bei F├╝tterung oder bei Stallungen nun genau zu beachten?

 

Andreas Mittermayr: Es wird ausschlie├člich Bio-Futter gegeben und die Liegefl├Ąchen werden t├Ąglich gereinigt und neu eingestreut. Dies ist zwar mehr Arbeit, aber die Tiere leben stressfreier und es geht Ihnen besser.

 

  • Warum der Schritt in Richtung Bio-Haltung? Welche Beweggr├╝nde haben Sie daf├╝r?

 

Andreas Mittermayr: Es gab mehrere Gr├╝nde warum ich mich f├╝r diesen Weg entschieden haben. Zum einen ist es der wirtschaftliche Aspekt. Die konventionelle Schweinemast in ├ľsterreich hat EU-weit gesehen meiner Meinung nach einen eher unwichtigen Stellenwert, da der Marktanteil unserer Schweinemastbetriebe verglichen mit L├Ąndern wie Deutschland, Holland und Belgien eher gering ist. Daher muss man die marktkonformen Preise schlucken, die vom riesengro├čen EU-Mastschweinemarkt mehr oder weniger vorgegeben werden. Zum anderen ist es die Tierhaltung selbst, die mich zum Umdenken brachte. In meinen alten Stallungen, wo den Tieren noch nicht so viel Platz zur Verf├╝gung stand, hatte ich immer wieder Probleme, die sich negativ auf die Tiere auswirkten. Die Schweine kamen mit 30 Kilogramm in den Stall und hatten aber im Laufe des Wachstums immer die gleiche Fl├Ąche zur Verf├╝gung. Ab einer Gr├Â├če von circa 80 Kilogramm war da nat├╝rlich um einiges weniger Platz. Aufgrund des Platzmangels bekamen die Tiere innerlichen Stress welcher sich in meinem Stall dann z.B. in Schwanzbei├čen auswirkte. Dies erforderte dann nat├╝rlich einen Medikamenteneinsatz, um einer Keiminfizierung entgegenzuwirken. Und das wollte ich so eigentlich nicht weiter f├╝hren.

  • Wie hoch ist die Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch?

 

Andreas Mittermayr: ├ľsterreichweit hat die Bio-Schweinemast einen Marktanteil von ca. zwei Prozent. Die Frage ist, ob der Anteil so gering ist, da nicht mehr produziert wird, oder ob das Angebot in den Superm├Ąrkten zu standardisiert ist, sprich nur abgepackte Ware, fertig vorportioniert. Hier liegt der Vorteil ganz klar beim Ab-Hof-Verkauf. Das Fleisch wird fast wie beim Fleischer wunschgerecht zerlegt, die Kunden bekommen genau das, was sie gerade brauchen und die Kunden k├Ânnen auf Wunsch vorbestellen. Es liegt viel am Angebot, entweder die Konsumenten finden kein Bio-Schweinefleisch im Gesch├Ąft, oder es ist nicht das verf├╝gbar was ben├Âtigt wird, deshalb finden die Leute den Ab-Hof-Verkauf toll. Die Schweine von meinem Betrieb, die nicht Ab Hof verkauft werden, werden ├╝ber die Firma H├╝tthaler an das Bio-Qualit├Ątslabel "Zur├╝ck zum Ursprung" vermarktet.

 

  •  Wie l├Ąuft bei Ihnen der Ab-Hof-Verkauf?

 

Andreas Mittermayr: Wir sind ja quasi noch am Anfang, aber man kann sagen: Es l├Ąuft gut an! Aktiv wird von uns regelm├Ą├čig ein Newsletter ausgeschickt, aber auch durch Mundpropaganda wird eifrig geworben. Seit kurzem haben wie auch eine eigene Homepage. Man findet uns unter www.hofgreisslerei.at  Wir wollen stetig und nachhaltig wachsen, damit wir uns nicht ├╝bernehmen. Derzeit werden ca. einmal pro Monat, je nach Vorbestellungen, ein bis zwei Schweine geschlachtet und verkauft. Zuerst das Frischfleisch, 14 Tage sp├Ąter das Surfleisch frisch aus dem Surfass, und was dann noch bleibt wird zu Speck gemacht. Unser Hofladen ist immer freitags ge├Âffnet, es gibt auch zahlreiche andere Bio-Produkte aus der Region. Das Fleisch gibt es auch auf Vorbestellung.

 

  • Ihre Bio-Schweinemast ist nun seit ungef├Ąhr zwei Jahren in Betrieb, was ist Ihr Fazit? Welche Schwierigkeiten oder auch Erleichterungen hat es bis jetzt gegeben?

 

Andreas Mittermayr: Schwierigkeiten hat es eigentlich keine gegeben. Wir arbeiten stets am perfekten Umfeld f├╝r die Tiere, damit das Gesamtkonzept perfektioniert wird. Ich setzte immer wieder Verbesserungen im Stall und bei den Freilauffl├Ąchen um. Dabei ist alles selbst geplant und gebaut. Ich musste n├Ąmlich einerseits etwas verwundert, andererseits etwas entt├Ąuscht, feststellen, dass von den Stallbaufirmen f├╝r einen Umbau von einem konventionellen zu einem Bio-Maststall wenig Information oder auch Hilfestellung kam. Es gibt lediglich Konzepte f├╝r einen kompletten Neubau. Das Tierwohl ist zwar auch bei den Stallbaufirmen in aller Munde, aber es sollte doch auch Konzepte f├╝r Adaptierungen geben, und nicht nur f├╝r Neubauten.

 

  • Haben Sie zuvor besondere Ausbildungen, Weiterbildungen f├╝r die Bio-Schweine-Aufzucht abgeschlossen?

 

Andreas Mittermayr: Grunds├Ątzlich habe ich nat├╝rlich eine landwirtschaftliche Fachschule besucht und sp├Ąter auch die Meisterpr├╝fung abgelegt. F├╝r alle, die ihren Betrieb auf Biologische Wirtschaftsweise umstellen wollen, ist zumindest der Bio-Einsteiger-Kurs verpflichtend. Aber aus pers├Ânlichem Interesse besuche ich laufend weitere Seminare, Vortr├Ąge und Kurse zur Weiterbildung. Wenn man sich weiterentwickeln will, dann muss man dahinter stehen und sich fortbilden.

 

  • Wie hat sich Ihre Arbeit mit den Tieren im Vergleich zur herk├Âmmlichen Bio-Schweinemast ver├Ąndert?

 

Andreas Mittermayr: Fr├╝her war man haupts├Ąchlich zu den F├╝tterungszeiten im Stall und hat die Tiere beim Fressen beobachtet und deren Verfassung begutachtet. Heute bin ich l├Ąnger mit der Stallreinigung besch├Ąftigt und beobachte in dieser Zeit meine Tiere. Der H├Âhepunkt ist dann immer das einstreuen hinterher. Da warten alle schon richtig darauf, wenn sie wieder neues Spielzeug bekommen. Es ist einfach sch├Ân zuzusehen, wenn sie freudig darin herumw├╝hlen. Die Tiere sind jetzt viel ruhiger als fr├╝her und sie n├╝tzen jede Gelegenheit in der Sonne zu liegen, sobald sie sich zeigt.

 

  • W├╝rden Sie diesen Schritt in Richtung Bio-Schweine-Mast wieder gehen?

 

Andreas Mittermayr: Ja, auf jeden Fall w├╝rde ich diesen Schritt wieder gehen. Ich bin von der Bio-Schweine-Aufzucht voll und ganz ├╝berzeugt, ich w├╝rde zwar dort und da ein paar bauliche ├änderungen sofort machen, die ich nach und nach verbessert habe, aber im Gro├čen und Ganzen bin ich sehr zufrieden.

 

  • Warum haben Sie sich f├╝r eine Zusammenarbeit mit dem Umweltcenter Gunskirchen entschieden?

 

Andreas Mittermayr: Ausschlaggebend f├╝r die Zusammenarbeit war f├╝r mich die pers├Ânliche Betreuung. Aber auch die schnelle Abwicklung bei Bankgesch├Ąften, kurze Informationswege und die Einhaltung von allem was besprochen wurde, machte mir die Entscheidung leicht. Ich hatte sofort das Gef├╝hl im Umweltcenter hat alles Hand und Fu├č und alles wird ordentlich erledigt.