Fridays For Future: "Wir sind eine junge Bewegung, und wir sind alles andere als naiv."

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Ein BLOG-Beitrag von Markus Wimmer

Aufruf zum n├Ąchsten Weltweiten Klimastreik am 29.11.2019 und Einblicke in die Bewegung:

Sie sind jung, engagiert, motiviert, sie sind Sch├╝lerInnen und Studierende und sie sind sehr gut organisiert, die Mitglieder von Fridays for Future, die jede Woche zahlreiche (junge) Menschen dazu bringen f├╝r eine lebenswerte Zukunft auf die Stra├če zu gehen und lautstark zu protestieren. Sie zeigen, dass sich Jugendlichkeit und ein starker Wille zur Ver├Ąnderung nicht gegenseitig ausschlie├čen. Seit dem Start vor knapp einem Jahr hat Fridays for Future gerade in der ├Âffentlichen Wahrnehmung viel erreicht, jedoch bei weitem noch nicht genug,  wie uns Veronika Winter, Mitglied von Fridays for Future Vienna, einem der zahlreichen ├Âsterreichischen Ableger, in einem Interview erz├Ąhlt:

Frau Winter, stellen Sie die globale Fridays For Future Bewegung bitte kurz vor:

Fridays for Future hat 2018 im August begonnen als Greta Thunberg vor dem schwedischen Parlament gestreikt hat. Sie hat erkannt, dass die schwedische Regierung bzw. alle Regierungen international viel zu wenig tun, um die Klimakrise zu stoppen. Greta Thunberg hat gesagt: ÔÇ×Warum soll ich f├╝r die Zukunft lernen, wenn niemand da ist, um diese Zukunft zu sichern?ÔÇť Das ist mittlerweile ├╝ber ein Jahr her und aus dem Streik einer einzelnen Sch├╝lerin ist eine weltweite Bewegung mit Millionen TeilnehmerInnen geworden.

In ├ľsterreich hat am 21.Dezember 2018 der erste Klimastreik stattgefunden, der von drei Studierenden organisiert wurde. Diese drei Studierenden hatten bei der Klimakonferenz in Katowice zuvor selbst gesehen, wie die Klimaziele international verhandelt wurden. Sie haben gemerkt, dass mit den damals vorgestellten Pl├Ąnen, die Klimaziele nicht erreicht werden k├Ânnen und wollten selbst aktiv etwas tun. Sie haben die Bewegung nach ├ľsterreich getragen. Mittlerweile gibt es ├╝ber 20 Regionalgruppen, die alle Entscheidungen basisdemokratisch f├Ąllen. Die Gruppen sind alle sehr gut organisiert, um freitags f├╝r das Klima und die Zukunft auf die Stra├če zu gehen.

In den vergangenen zehn Monaten haben wir nun schon vier gro├če Klimastreiks hinter uns gebracht.  Der erste weltweite Klimastreik war am 15. M├Ąrz 2019, an dem bereits rund 30.000 Menschen in Wien und noch einige Tausend mehr in ganz ├ľsterreich teilnahmen! Der zweite gro├če Klimastreik war am 24. Mai 2019, gefolgt vom Streik am 31. Mai 2019 nach dem R20 Gipfel, den Arnold Schwarzenegger einberufen hat, bei dem Greta Thunberg selbst in Wien dabei war. Der gr├Â├čte Klimastreik aller Zeiten bisher war am 27. September 2019 bei dem ├Âsterreichweit 150.000 Menschen auf der Stra├če waren! Wir waren ├╝berw├Ąltigt, wieviel Aufmerksamkeit das Thema bereits hat!

 

Eine der Einzigartigkeiten der Fridays ist, dass viele junge Menschen, Sch├╝lerInnen und StudentInnen, von Ihrer Stimme Gebrauch machen. Macht Sie das stolz?

Die ganze Bewegung ist von einer gro├čen Ambivalenz gepr├Ągt, weil man einerseits sagt, ÔÇ×Wow, es ist so toll, dass sich junge Menschen f├╝r dieses Thema so einsetzenÔÇť. Andererseits, ist auch eine ganz gro├če Betroffenheit da, wenn man sich denkt, warum m├╝ssen die jungen Leute sich f├╝r ihre Zukunft so einsetzen? Aber die jungen Menschen m├╝ssen das tun, weil einfach seit Jahrzehnten zu wenig getan wird! Und nat├╝rlich ist das besonders stark, dass sich die Jungen sagen, sie engagieren sich politisch und setzen sich f├╝r das ein, was ihnen wichtig ist!

 

Werden junge Menschen eventuell eher geh├Ârt?

Nat├╝rlich zeichnet es Fridays For Future besonders aus, dass so viele junge Leute engagiert sind, weil es einfach etwas ist, das es seit langem nicht gegeben hat. In dieser Form ist es ein historisches Ph├Ąnomen, so gro├če Jugendbewegungen gab es noch nie. Bei der letzten Klimademo waren es ca. sieben Millionen Menschen weltweit!

Die Fakten sind einfach unanfechtbar, die ganze Wissenschaft steht hinter dieser Jugendbewegung und wir sind vollkommen im Recht. Junge Menschen tun sich dabei nat├╝rlich leichter, da sie noch nicht so lange in diesem fossilen System leben; f├╝r uns ist es noch einfacher zu verstehen, was getan werden muss, als f├╝r Menschen die schon seit 30 Jahren in diesem System leben und es sich anders nicht vorstellen k├Ânnen.

 

Wir alle kennen Greta Thunberg, sie ist f├╝r viele das Gesicht der Klimabewegung. Was bewundern Sie pers├Ânlich an ihr?

Ich finde es stark, dass sie die Erste war, die diesen Schritt gesetzt hat und weiterhin an ihrer Message festh├Ąlt. Sie hat jetzt selbst gesagt, dass sie sich ein Jahr Zeit nimmt f├╝r diesen wichtigen Protest. Sie ist 16 Jahre alt und hat vor der UN beim Action Summit gesprochen. Greta Thunberg hat damit angefangen, aber mittlerweile sind es weltweit ├╝ber 7 Millionen Menschen, die dabei sind. In den Medien wird es leider meist so dargestellt, dass Greta das Gesicht der Bewegung ist, aber das stimmt so nicht, da die Bewegung sehr vielf├Ąltig ist und ganz viele tolle Menschen dabei sind.

 

Jeden Freitag wird f├╝r das Klima gestreikt: wie l├Ąuft das ab, wer ist dabei, etc.?

Angefangen haben wir mit sechsst├╝ndigen Streiks, in der Zwischenzeit dauert ein Streik ungef├Ąhr zwei Stunden. Wir treffen uns immer vor besonders markanten Geb├Ąuden, wie zum Beispiel in Wien am Heldenplatz, in der N├Ąhe des Parlaments. In Salzburg und Innsbruck ebenfalls vor markanten Orten, zum Beispiel der Anna-S├Ąule oder am Alten Markt. Und es gibt meistens ein Thema f├╝r den Streik wie, aktuelle politische Ereignisse, neue Gesetze, etc. Oft gibt es Reden und immer viel Musik! Wir hatten auch schon ganz unterschiedliche Streikformate, wie zum Beispiel das streikende Klassenzimmer. Wir freuen uns auch, dass sehr oft bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder andere Personen der ├ľffentlichkeit, bei uns Reden halten, aber haupts├Ąchlich sprechen die jungen Menschen selbst in ihren Reden. Eins zeichnet uns aus, wir sind immer sehr laut und haben eine positive Stimmung um uns und bunte Streikschilder d├╝rfen selbstverst├Ąndlich auch nicht fehlen. Es bleiben auch immer sehr viele Passantinnen und Passanten stehen, was sehr wichtig ist, da wir nat├╝rlich Aufmerksamkeit schaffen wollen!

 

Wie viele Freitags-Demonstrationen fanden eigentlich bisher statt?

In Wien hat am Freitag, dem 11. Oktober 2019, der 43. Streik stattgefunden. Wir sind nun bald bei einem Jahr.

 

Welche Erfolge konnten bereits erzielt werden?

Wir haben mit allen Parteien den Antrag zum nationalen Climate Emergency verhandelt.  Der Antrag umfasst 8 Punkte und ist am 25. September 2019 im Nationalrat verabschiedet worden, allerdings nur von vier Parteien: ├ľVP, SP├ľ, NEOS und Liste Jetzt.  Das war eine Willensbekundung seitens des Parlaments, um die Bundesregierung aufzufordern, ambitionierte Schritte und eine Kehrtwende in der Klimapolitik einzuleiten. Da w├Ąre zum Beispiel auch dabei, dass sich ├ľsterreich dazu verpflichtet, den nationalen Energie- und Klimaplan ├╝ber die Pariser Klimaziele hinaus zu verbessern. Unseren Erfolg kann man auch an den Zahlen sehen:  Im Dezember 2018 waren 50 Menschen am Heldenplatz, beim letzten gro├čen Klimastreik waren es bereits 80.000 in Wien! Wir haben das Thema in der Gesellschaft bekannt gemacht, keine Partei kommt mittlerweile darum herum dieses Thema aufzugreifen, was man im letzten Nationalratswahlkampf gesehen hat. Jede Partei muss sich dazu ├Ąu├čern. Fridays For Future hat es geschafft, sich den Ruf aufzubauen, als konstruktive Kraft angesehen zu werden, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dahinterstehen.

Wir sind auf jeden Fall ein neuer Player im Diskurs.

 

Was haben Sie f├╝r die Zukunft geplant, was ist der n├Ąchste Schritt?

Was uns besonders wichtig ist, und was wir auch in den letzten Monaten gemerkt haben, ist, dass die Bewegung schon sehr breit in allen Gesellschaftsgruppen aufgestellt ist. Es haben sich Teachers, Parents, Farmers und Architects For Future gegr├╝ndet, gerade erst wurde Doctors For Future von Hans-Peter Hutter initiiert. Es ist eines unserer ganz gro├čen Ziele, dass sich die arbeitende Bev├Âlkerung dem Protest anschlie├čt und das Mittel des Streiks wiedererkennt. Wir sind aktuell mit Unternehmen in Verhandlungen, dass sich Gewerkschaften in Form von Betriebsversammlungen der Bewegung anschlie├čen k├Ânnen - das war beim letzten Klimastreik bereits teilweise der Fall. Unser n├Ąchstes gro├čes Projekt ist der weltweite Aktionstag am 29. November 2019. Dar├╝ber hinaus arbeiten wir intern daran, unsere Strukturen zu verbessern, besonders was Entscheidungsprozesse anbelangt. Wir wollen die Integrit├Ąt der Bewegung selbst st├Ąrken, es kann jeder dazukommen und alle Menschen sind bei uns willkommen! Ab 2020 wird es auf jeden Fall noch gr├Â├čere Aktionen geben, wenn weiterhin keine politischen Ma├čnahmen getroffen werden.

 

Wie kann man euch unterst├╝tzen, wie kann man teilhaben an der Bewegung?

Das Wichtigste ist, dass man nat├╝rlich einmal zu einem Streik kommt! Aber es gibt so viele verschiedene Unterst├╝tzungsformen, die uns helfen: Ob das eine Spende ist, oder ob uns ein Raum zur Verf├╝gung gestellt wird, oder ob uns jemand mit einem Artikel in einem Medium oder einem ver├Âffentlichten Interview mit uns als Blogbeitrag hilft -  Jede Hilfe und Unterst├╝tzung, die dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit gibt, ist willkommen. Und nat├╝rlich der pers├Ânliche Einsatz, dass man selbst zu den Protesten kommt. Denn gro├če Teilnehmerzahlen erzeugen Druck, daran sieht die Politik, dass das ein klarer Handlungsauftrag ist. 
Kontaktinformationen entnehmen Sie bitte der Homepage: www.fridaysforfuture.at

 

Warum wurde der Award als 4GameChanger abgelehnt?

Wir waren zun├Ąchst sehr erstaunt, warum wir den 4GameChanger Award ├╝berhaupt bekommen. Wir wussten nicht genau, warum wir hier einen Award entgegennehmen sollen. Nat├╝rlich haben wir gemerkt, dass wir von vielen Seiten Best├Ątigung bekommen bzw. Unterst├╝tzung und lobende Worte, vor allem aber von Personen, die selbst zu wenig oder nichts daf├╝r tun, was wir fordern. Deshalb haben wir uns gesagt, wir wollen keinen Award! Wir wollen, dass die Unternehmen, die den Preis finanziert haben, sich selbst einsetzen! Was wir immer wieder h├Âren, sind diese t├Ątschelnden Worte und ÔÇ×Ihr seid so superÔÇť, aber darum geht es uns nicht! Wir wollen, dass etwas passiert und die Pariser Klimaziele eingehalten werden. Und solange keine Ma├čnahmen umgesetzt werden, die dies gew├Ąhrleisten, k├Ânnen wir auch keinen Award entgegennehmen. Den Award haben wir mit den Worten zur├╝ckgegeben ÔÇ×Dass er als Erinnerung an jene Unternehmen zur├╝ckgegeben werden soll, die den Preis finanziert haben und erst noch ihren Teil dazu beitragen m├╝ssen, die Klimaziele zu erreichen.ÔÇť

 

Gibt es Unterst├╝tzer, die das nur machen, um selbst in der ├ľffentlichkeit gut dazustehen?

Wir bekommen laufend Unterst├╝tzung, die wir voll begr├╝├čen, wir sind aber sehr vorsichtig und kritisch, von wem wir unterst├╝tzt werden. Wir sind eine junge Bewegung, aber wir sind alles andere als naiv. Wir w├Ągen das immer sehr genau ab, von wem wir welche Dinge annehmen, und sind uns nat├╝rlich bewusst, dass viele Player durch unseren Namen Green Washing betreiben k├Ânnten.

 

Man merkt, das Thema wird momentan ├╝ber alle Medien gespielt, reicht eurer Meinung nach die Bewusstseinsbildung oder ist es noch zu wenig?

Nat├╝rlich ist die Menschheit gerade erst dabei aufzuwachen. Aber es geht weltweit weiter, es kommt da gerade eine Dynamik rein, die das ganze verst├Ąrken wird. Und mit zunehmender Dringlichkeit der Lage wird auch die Aufmerksamkeit f├╝r das Thema immer gr├Â├čer. Die Aufmerksamkeit daf├╝r war noch nie so gro├č, weil auch die Dringlichkeit der Lage noch nie so gro├č war! Aus dem heraus haben wir so viele Chancen, es wird in der Politik oder in den Medien immer so viel von Verzicht gesprochen: Verzicht auf Parkpl├Ątze, Verzicht auf Konsumg├╝ter, aber wir m├╝ssen bei der ganzen Debatte dar├╝ber nachdenken, was wir alles gewinnen. Wir k├Ânnen alles gewinnen! Heutzutage sagen wir, wir verzichten auf Parkpl├Ątze, sagen aber nicht, dass wir auf saubere Luft, saubere W├Ąlder verzichten, das machen wir jetzt schon. Und wenn wir jetzt wieder ein neues Verh├Ąltnis zur Natur bekommen, wie wir unsere Gesellschaft aufbauen werden, da werden wir merken, dass wir alle Gewinnerinnen sein werden. Es wird genial werden. Ich stelle mir am liebsten Wien ohne Autos vor. Ein autofreies Wien gibt es 2030 bestimmt schon.

 

Dieser Weg in Richtung erneuerbare Energien, Vermeidung von fossilen Brennstoffen, wird das den j├╝ngeren Generationen leichter fallen?

Wenn man das objektiv betrachtet, ist es f├╝r die jungen Menschen wahrscheinlich leichter als f├╝r diejenigen, die schon seit 30 Jahren in diesem fossilen System leben. Die Jungen k├Ânnen besser verstehen, dass es einfach keine fossile Zukunft mehr geben kann.

 

Es ist unverst├Ąndlich, dass wir weiter an etwas festhalten, das uns fr├╝her oder sp├Ąter vernichten wird?

Wir Menschen, und das ist auch das gro├če Drama, wollen st├Ąndig an Dingen festhalten, ob im Privaten oder den bestehenden Wirtschaftsstrukturen oder anderen Themen. Aber wir k├Ânnen an fossilen Energien und Brennstoffen nicht mehr l├Ąnger festhalten. Was mir dazu einf├Ąllt ist das Zitat von Gottfried Kirchengast, dass ÔÇ×Fridays For Future eine CO2- Befreiungsbewegung ist. - Eine Befreiungsbewegung aus den fossilen Energien.ÔÇť Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Von wo wir wegm├╝ssen, sind die fossilen Energien und Brennstoffe, die das Klima aufheizen. Das ist so einfach, dass es Zehnj├Ąhrige verstehen.

 

Aber es ist trotzdem so, dass es CO2 Emissionen gibt, bzw. geben wird, die sich nicht vermeiden lassen, habt ihr dazu eine Idee, bzw. Meinung?

Was wir hier als Problem sehen, ist, dass man, anstatt die ambitioniertesten Reduktionsziele zu formulieren, lieber schw├Ąchere Ziele formuliert und sich dabei auf Technologien verl├Ąsst, die es noch gar nicht gibt. Wir werden CO2 aus der Atmosph├Ąre ziehen m├╝ssen, und wir werden daf├╝r auch Technologien entwickeln, aber das darf nicht die L├Âsung sein. Wir k├Ânnen uns nicht darauf verlassen und m├╝ssen jetzt schon alles daransetzen, so viele Emissionen wie m├Âglich zu reduzieren. Nat├╝rlich wird es immer noch Emissionen geben ÔÇô Aber das ist auch kein Problem, wenn die Balance gehalten wird. Wir brauchen auf jeden Fall massive Aufforstungsprojekte. In ├ľsterreich und weltweit wird so viel Fl├Ąche t├Ąglich versiegelt und zubetoniert, das ist v├Âllig absurd. Wir m├╝ssen hier versuchen so viele B├Ąume wie m├Âglich zu pflanzen. Das sind die nat├╝rlichen Maschinen, die das CO2 aus der Luft filtern. Gerade jetzt nach den Amazonas-Waldbr├Ąnden, die ├╝brigens immer noch andauern, auch wenn die Medien nicht mehr davon berichten, ist das eine der konkretesten Ma├čnahmen, die wir jetzt setzen k├Ânnen. Fridays For Future hat auch am 19. Oktober 2019 das Aufforstungsprojekt in Klagenfurt unterst├╝tzt. Das hei├čt ÔÇ×For Forest ActionÔÇť; im Rahmen eines Kunstprojekts wurde dort ein ganzes Stadion aufgeforstet, das ist extrem cool.

 

Abschlussworte von Veronika:

Ich bin 23, studiere Lehramt und vor einem halben Jahr h├Ątte ich mir nicht gedacht, dass ich mit allen m├Âglichen gesellschaftspolitischen Playern Kontakt habe oder direkte Gespr├Ąche f├╝hre. Ich habe mit jeder Woche bei Fridays For Future ein St├╝ck mehr davon mitbekommen, wie unser jetziges System funktioniert und mir wurde immer klarer, dass es ohne massive Beteiligung der Bev├Âlkerung nicht klappen wird, dass wir 2030 oder 2050 einen lebenswerten Alltag f├╝hren k├Ânnen. Wir werden die Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft nur schaffen, wenn sich jetzt alle Menschen, denen es m├Âglich ist, daf├╝r einsetzen.

Ich k├Ânnte nat├╝rlich meinen Alltag auf der Uni oder in der Schule verbringen, aber seit ich den IPCC-Bericht 2018 zum aktuellen Stand der Dinge gelesen habe, habe ich Bewusstsein f├╝r das knappe Zeitfenster, das uns noch bleibt, entwickelt. Mit dem jetzigen CO2-Budget bleiben uns noch zehn Jahre und mit jedem Monat der Unt├Ątigkeit muss die Kurve noch steiler fallen. In zehn Jahren, wenn ich 33 bin und mitten im Leben stehe, ist es zu sp├Ąt, das Weltklima zu retten. Das ist keine Panikmache, das sind die Fakten. Wir befinden uns jetzt in einem historischen Moment: Wir k├Ânnen uns jetzt alle f├╝r eine klimagerechte Welt einsetzen, Adieu zu fossilen Energien sagen und Teil der L├Âsung sein. Ein derartiges globales Bewusstsein hat es noch nie gegeben. Die Menschheit ist gerade dabei, die vierte Aufkl├Ąrung durchzumachen. Daher schlie├čt euch alle an. Der n├Ąchste weltweite Klimastreik findet am 29. November statt!

Mehr Informationen zu Fridays For Future finden Sie unter: www.fridaysforfuture.at